Das „De Gouden Karper“-Haus datiert wie gesagt auf das Jahr 1642.

Im Archiv der Stadt Zutphen befindet sich ein Dokument aus dem hervorgeht, dass im Dorf Hummel eine Herberge mit dem Namen „De Carp“ steht. Aus den Stücken geht zudem hervor, dass es sich damals um eine Herberge mit einer Bierbrauerei und einem landwirtschaftlichen Betrieb handelte. Hier konnten die Pferde untergestellt, eine einfache Mahlzeit eingenommen und sicher übernachtet werden. Die Herberge lag an einem Sandweg und der Verkehr darauf fand mit Pferd und Wagen statt.

De Gouden Karper HummeloSpäter gab es einen befestigten Weg mit einer Pferdestrassenbahn. Einige Zeitabschnitte weiter wurde daraus sogar eine Strassenbahnverbindung zwischen den Städten Emmerich und Zutphen. Schliesslich wurde der Weg asphaltiert und kam allmählich der motorisierte Verkehr in Gang.

Die Herberge wurde einst gepachtet von den Besitzern des Landguts Enghuizen, auf dem sich ein grosser Teich befindet. Wir schliessen aus diesem Umstand, dass darin wohl auch Karpfen schwammen und der Name „De Gouden Karper“ davon abgeleitet ist. Im Laufe der Zeit hat sich der Name unseres Hauses übrigens drei Mal geändert via „De Carp“, „De Goude Carp“ und „De Gouden Carp“. Aus letzterem Name ist dann ab 1885 der heutige Name „De Gouden Karper“ abgeleitet. Ab 1870 wurde die ursprüngliche „herbergier“-Berufsbezeichnung zuerst in „logementhouder“-Bezeichnung und am 1882 herum in „vergunninghouder“-Bezeichnung umgewandelt.

Der „De Gouden Karper“-Baustil datiert aus etwa Mitte des 19. Jahrhunderts und ist inzwischen ein „Rijksmonument“-Kulturerbe.

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Bewohner

Am 6. April 1882 übernahm Willem Hupkes, Landwirt in Ellecom, die Pacht für die „De Gouden Karper“-Herberge von A. de Roos.

Im Dokumentauszug der Gemeinde Hummelo ist hierzu vermerkt:
„W. Hupkes wird Pächter und erhält die Erlaubnis den Verkauf von alkoholischen Getränken im kleineren Umfang in den drei Räumlichkeiten des genannten Betriebs fortzuführen. Diese Schankerlaubnis bezieht sich auf eine Mengenangabe des bisherigen Pächters A. de Roos von fünfhundert Litern“.

Am 14. Juni 1922 wird die Schankerlaubnis auf den neuen Pächter G.J. Remmelink überschrieben, der vorher Konditor und Traiteur in Doesburg war. Dieser hatte den Beinamen „De Krent“, was aber nicht bedeutete, dass er „krenterig“ (kleinlich) war. Er hatte nur auf der Schule den Französischunterricht absolut nicht gemocht und war deswegen regelmässig überaus schlecht gelaunt. Aus diesem Grunde wurde er als „La Crainte“ (Die Furcht) der Klasse bezeichnet.

„De Krent“ hat unter Mitarbeit seiner Frau H. Remmelink-Wentink (die die Küche unter sich hatte) den Betrieb von 1921 bis 1962 geführt. 1930 hat er den „De Gouden Karper“-Betrieb dann gekauft. Unter seiner Leitung wurde 1930 der grosse Festsaal gebaut und 1934 die Dependance. 1937 wurde ein Schlafzimmer zum Essraum 2 umgebaut und 1951 eine an der Strasse gelegene Scheune zu einem Unterhaltungszimmer umfunktioniert (später wurde daraus Esszimmer 3). Schliesslich kaufte G.J. Remmelink 1960 den neben dem „De Gouden Karper“-Betrieb gelegenen Spielplatz der alten Volksschule zum Bau eines neuen Saales. Und anschliessend den gesamten Schulkomplex.

de-gouden-karper-hummelo-003Aus Ihrer Ehe gingen die beiden Kinder Henny und Teun hervor. Henny Remmelink hat später W. Bakker geheiratet und beide haben in Vorden das Hotel Bakker aufgebaut. Teun Remmelink, der als 14-jähriger Junge schon im elterlichen Betrieb mithelfen musste, hat zusammen mit seiner Ehefrau J.W. Remmelink-van Zadelhoff den „De Gouden Karper“-Betrieb im Laufe der Jahre immer weiter renoviert bzw. den Wünschen der Gäste angepasst. Sie bekamen zusammen 4 Kinder: Rita, Janneke, Wilma und Jan. Tochter Rita trat nach ihrem Studium an der Höheren Hotelschule in Scheveningen 1973 in den Betrieb ein. 1975 heiratete sie Caspar de van der Schueren, der gleichfalls an der Höheren Hotelschule studiert hatte. Aus dieser Ehe gingen die Kinder Elisabeth und Reinier hervor. Nach dem plötzlichen Ableben von T.J.R. Remmelink im Jahre 1984 hat das Ehepaar de van der Schueren-Remmelink den Betrieb übernommen. Tochter Elisabeth führt das „De Gouden Karper“-Haus seit März des Jahres 2010.